Neue Entdeckungen in Sakkara: Farbige Reliefs und Gräber aus dem Alten Ägypten

Freigelegte Mauerreste in der Nekropole von Sakkara mit Pyramiden am Horizont.

Sakkara gehört zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten Ägyptens – und liefert weiterhin neue Einblicke in die Vergangenheit. Im August und September 2026 wurden dort zwei bemerkenswerte Grabfunde vorgestellt: eine rund 4.400 Jahre alte Anlage mit farbigen Reliefs und das Grab eines hochrangigen Beamten. Die Entdeckungen erzählen von Verwaltung, Familienbindungen und dem Glauben an ein Leben nach dem Tod.

Ein Grab für Vater und Sohn

Eine spanisch-ägyptische Mission untersuchte im nördlichen Sakkara eine Grabanlage aus der späten fünften Dynastie. Sie stammt aus der Regierungszeit des Pharaos Djedkare Isesi und besitzt zwei Kultkapellen: eine für den Beamten Yunmin und eine für seinen Vater Iti. Yunmin bekleidete hohe Ämter, unter anderem als Richter und Leiter von Schreibern, die Eingaben und Beschwerden bearbeiteten. Sein Vater war mit Verwaltungsaufgaben rund um landwirtschaftliche Flächen und Opfergaben betraut.

Besonders eindrucksvoll sind die Wandreliefs. Sie zeigen landwirtschaftliche Arbeiten, Tiere und Menschen, die Opfergaben herantragen. Teile der ursprünglichen Bemalung sind noch erhalten. Dadurch lässt sich bis heute erkennen, wie sorgfältig und farbenreich die Grabstätten wohlhabender Ägypter gestaltet wurden. Die Darstellungen ergänzen die Inschriften um anschauliche Hinweise auf Arbeit und Versorgung im Alten Ägypten.

Nach Angaben des Grabungsleiters Josep Cervelló Autuori entdeckte das Team bereits 2024 drei bislang unveröffentlichte Mastabas. Während der Grabungskampagne 2026 wurde die Doppelgrabanlage von Yunmin und seinem Vater Iti weitgehend freigelegt. Ergebnisse dieser Arbeiten stellte die Autonome Universität Barcelona Anfang September 2026 vor.

Das Grab des Beamten Sekhentyu-Ptah

Bereits am 29. August 2026 hatte der ägyptische Informationsdienst einen weiteren Fund gemeldet. Westlich des Bubasteion-Bereichs von Sakkara entdeckte eine ägyptische Mission das Grab des Beamten Sekhentyu-Ptah aus dem Alten Reich.

Erhalten sind Reste einer Kultkapelle und eine sogenannte Scheintür an ihrem ursprünglichen Platz. Davor fanden die Archäologen Ritualgegenstände aus Alabaster, darunter einen Opfertisch und ein Reinigungsbecken. Hieroglyphische Inschriften nennen den Grabherrn und seine Ämter. Er war unter anderem für königliche Bauarbeiten und Dokumente verantwortlich.

Eine Scheintür war ein symbolischer Durchgang: Nach altägyptischer Vorstellung konnte die Seele des Verstorbenen durch sie das Grab betreten und verlassen. Solche Elemente machen deutlich, wie eng Grabarchitektur und Jenseitsglaube miteinander verbunden waren.

Im benachbarten System von Grabschächten kamen außerdem drei verschlossene Steinsarkophage, mehr als 100 Uschebti-Figuren, bemalte Bestandteile der Bestattungsausstattung und eine hölzerne Falkenfigur zum Vorschein. Die Funde belegen auch die spätere Nutzung des Geländes. Sie gehören deshalb nicht automatisch alle zur ursprünglichen Bestattung des Beamten.

Warum Sakkara immer wieder Neues preisgibt

Sakkara war über viele Epochen hinweg ein wichtiger Bestattungsort der alten Stadt Memphis. Neben königlichen Pyramiden entstanden hier Gräber von Beamten, Priestern und anderen Angehörigen der Oberschicht. Diese lange Nutzung erklärt, weshalb Archäologen auf engem Raum Zeugnisse unterschiedlicher Zeiten finden.

Im nördlichen Sakkara arbeiten Archäologen der Autonomen Universität Barcelona und des ägyptischen Obersten Antikenrats gemeinsam unter Leitung des Ägyptologen Josep Cervelló Autuori. Sie untersuchen neben den Gräbern auch die Anordnung der Bauwerke und die Wege dazwischen. Damit wollen sie nachvollziehen, wie dieser Teil der Totenstadt aufgebaut war und genutzt wurde.

Sakkara auf einer Ägyptenreise kennenlernen

Etwa 40 Kilometer südwestlich von Kairo liegt mit Sakkara ein Ausflugsziel, das den Blick auf die Geschichte Ägyptens erweitert. Zu den bedeutenden Bauwerken gehören die Stufenpyramide des Djoser, reich dekorierte Beamtengräber und das Serapeum mit den Bestattungsanlagen der heiligen Apis-Stiere.

Die neuen Entdeckungen geben einem Besuch zusätzlichen Hintergrund. Eine bestätigte Freigabe der hier beschriebenen Grabstätten für Besucher geht aus den ausgewerteten Fundmeldungen allerdings nicht hervor.

Ein Besuch von Sakkara lässt sich mit einem Aufenthalt in Kairo und einer Nilkreuzfahrt verbinden. Wir beraten Sie gerne zur passenden Reiseplanung und ergänzen auf Wunsch einen Badeaufenthalt am Roten Meer.

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